Mitarbeiterbindung: Wenn Mitarbeitende fehlen, weil sie pflegen müssen
Millionen Arbeitnehmer fallen aus: Wenn Pflege von Angehörigen zur Karrierefalle wird
Viele Beschäftigte müssen ihre Arbeitszeit reduzieren oder kündigen, um einen Angehörigen zu pflegen. Das Problem ist größer als viele Arbeitgeber realisieren – doch kaum ein Unternehmen bereitet sich auf diese Herausforderung vor.
Was sich in der Praxis ändert
Pflegeaufgaben im privaten Umfeld führen regelmäßig zu Ausfällen im Betrieb. Beschäftigte reduzieren ihre Stunden, nehmen Elternzeit oder kündigen ganz. Mehr als die Hälfte aller Arbeitnehmer rechnet damit, selbst bald in diese Situation zu kommen – sei es durch die Pflege von Eltern, Partnern oder Kindern mit Behinderung.
Besonders betroffen sind Frauen, die überproportional Pflegeaufgaben übernehmen und dadurch ihre Karriere unterbrechen oder beenden müssen.
Praktische Auswirkungen
Für Arbeitnehmer: Viele verlieren qualifizierte Positionen, weil Unternehmen flexible Arbeitsmodelle nicht anbieten. Finanzielle Belastungen entstehen durch reduziertes Einkommen. Die Altersvorsorge leidet durch Erwerbstätigenpausen.
Für Arbeitgeber: Der Verlust von erfahrenen Fachkräften ist teuer. Nur wer attraktive Lösungen anbietet – wie Homeoffice, flexible Arbeitszeiten oder Kontakte zu Pflegeeinrichtungen – kann diese Mitarbeiter halten und ihr Employer Branding stärken.
Handlungsempfehlungen: Unternehmen sollten jetzt Richtlinien für Pflegefälle entwickeln, Telearbeit ausbauen und Beratungsangebote schaffen. Dies sichert nicht nur Fachkräfte, sondern verbessert auch die Mitarbeiterbindung nachhaltig.
Gültig ab: Unmittelbar umsetzbar